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Kelsey Timpany X Pivot Cycles

Finding the Spark Again

Eine Reise zurück zu meinem „Warum“.

Als das Pivot-Team und ich die Blog-Themen für dieses Jahr planten, stand eines fest: Die „Finding the Spark Again“ Story konnte ich nicht weglassen. Es war ein Thema, über das ich tiefgründig und ehrlich sprechen wollte. Doch ironischerweise war es genau der Text, gegen den ich mich am meisten gewehrt habe – schreiben, löschen, von vorne anfangen. Die Wahrheit? Ich stecke immer noch mitten drin, und das ist okay. Aber ich finde langsam meinen Weg zurück und möchte teilen, was mir hilft, diesen „Spark“ wieder zu entzünden, auf dem Bike und abseits davon.

Wenn die Flamme leiser wird

Jemand sagte mir einmal, ich sei wie tausend brennende Kerzen – so intensiv, wie ich mein Leben lebte. Es war ein Kompliment, das ich damals eher abtat, aber tief in meinem Herzen wurde es zu einer Art Lebensmotto. Jahre später, nach harten Etappen, vielen Veränderungen und dem ganz normalen Wahnsinn des Lebens, wurde mir klar: Diese Kerzen wurden leise ausgepustet, ohne dass ich es merkte.

Es war kein einzelner Knall. Es passierte langsam. Ein Karriereschritt hier, ein Umzug dort. Liebe, die kam, ging und wieder neu einschlug. Freunde, die sich über die ganze Weltkarte verteilten. Die Frage, wie ich mich als Athletin definiere. Der Druck der Selbstständigkeit. Projekte, in die man Herzblut steckt, nur um zuzusehen, wie sie online untergehen. Das Leben rollte weiter, und ich trat einfach immer weiter in die Pedale – weil man das eben so macht. Bis ich es eines Tages nicht mehr konnte.

Der Drift/h4>
Burnout hat mir gezeigt, wie es sich anfühlt, leer zu sein und auf Reserve zu laufen. Aber das hier war anders: Weniger Feuer, mehr Nebel. Ja, ich saß auf dem Bike, ich war bei Rennen, ich zeigte mich auf Events – aber ich funktionierte nur noch. Irgendetwas fühlte sich permanent falsch an. Ich kämpfte mit einer Aufschieberitis, die man kaum glauben mag. Simple Dinge wie ein Social-Media-Post wurden zur mentalen Belastungsprobe, Training und Rides fühlten sich an wie Pflichten. An Tagen, an denen ich alle Zeit der Welt für meine Aufgaben hatte, tat ich nur das absolute Minimum.

Ich habe Chancen verpasst, ich scrollte, statt zu planen. Ich meldete mich für Events an, auch wenn sie mich gar nicht interessierten und mein Bauchgefühl schrie: „Kels, das bist du einfach nicht.

Der Realitätscheck

Der Wendepunkt kam, als ich zum zweiten Mal in Folge einen großen Bikepacking-Trip nach Alaska nicht auf die Beine stellen konnte – ein riesiges Ziel, sowohl persönlich als auch beruflich. Mein „altes Ich“ hätte das Projekt mit aller Kraft durchgepusht, egal wie viele Sponsoren absagten, welche Verletzungen im Weg standen oder wie groß das logistische Chaos war.

Was also hielt mich jetzt auf? Die unvorhersehbaren Kurvenbälle des Lebens? Die Tatsache, dass meine Leidenschaft zu meinem Job geworden war? Oder hatte ich einfach meinen Funken verloren?

Dieser Gedanke machte mir verdammt noch mal Angst. Ich hatte vergessen, wer ich war und was mein „WARUM“ war: Die Person, die wilde, ambitionierte Trips plant, weil sie sie liebt. Die Frau, die Rad fährt, einfach nur aus Freude daran. Wann hatte es angefangen, sich wie eine lästige Pflicht anzufühlen statt wie ein Traum? Ehrliche Gespräche mit Menschen, die mich am besten kennen, taten weh, aber sie brachen etwas in mir auf. Sie zwangen mich dazu, mich mit mir selbst hinzusetzen und mein Leben endlich ehrlich zu analysieren.

Der Anker: Mein Bike

Während sich alles andere instabil und grau anfühlte, blieb mein Bike die Konstante. Solo-Rides wurden zu meinem Safe Space. Stille Anstiege, bei denen der Atem eins wurde mit dem Tritt in die Pedale. Frische Luft, die den Nebel im Kopf vertrieb. Ich fuhr alte Trails, die mich daran erinnerten, warum ich das Ganze überhaupt liebe – einfach nur aus Spaß, ohne Strava, ohne den Druck, Handy-Clips zu drehen.

Dann fand ich den Weg zurück zu Group Rides. Lachen, Witze, dieses gute alte Konkurrenzdenken. Danach ein Drink, Umarmungen und echte Gespräche. Ein sofortiger „Mood-Lifter“. Wieder ein Teil der Mountainbike-Community zu sein, Menschen, die mich inspirieren und herausfordern, war einer der besten Schritte, um die Flamme neu zu wecken. Sie halfen mir, mich wieder mit meinem „Warum“ zu verbinden und mit der Person, die ich unter all dem Stress eigentlich bin. Es fühlte sich an wie ein „Full Circle“-Moment. Jetzt kann ich es kaum erwarten, wieder neue Ecken der Welt zu entdecken, aber am Ende waren es meine Wurzeln, die mich zurückgebracht haben.

 

Was mir geholfen hat (Kein Ratgeber. Nur Realität.)

Allein gefahren, bis der Kopf endlich ruhig wurde und ich wieder klar denken konnte.

Einem Freund geschrieben: „Biken?“ selbst wenn ich eigentlich gar keinen Bock hatte.

Instagram eine Zeit lang gelöscht (hat nicht alles gelöst, aber geholfen).

Trails gefahren, die ich kenne und liebe. Nichts beweisen, einfach nur Spaß.

Die kleinen Siege gefeiert: eine E-Mail verschickt, eine Mahlzeit gekocht, eine Rechnung bezahlt.

 

Falls du gerade im Nebel steckst

Ich fühle dich.

Wenn du deinen Funken verloren hast, vergiss nicht: Er ist nicht weg, nur vergraben. Das Leben pustet Kerzen aus; wir können sie wieder anzünden – langsam und unbeholfen, wenn es sein muss. Ein Ride, ein Atemzug, ein mutiges Gespräch nach dem anderen. Für mich ist das Bike immer noch der Ort, an dem ich mich erinnere, wer ich bin. Jeder Anstieg flüstert mir zu: Du bist stärker, als du denkst. Jedes Lachen mit Freunden erinnert mich: Du bist noch hier.

Wenn du das hier mitten im Nebel liest: Fang klein an. Fahr los. Such Kontakt. Schütze das, was von deiner Flamme noch übrig ist, bis sie wieder wächst. Zünde heute eine Kerze an und wie immer: Do it for the love of it!

 

Um Kelsey auf ihrem Weg zu begleiten, folge ihr hier auf Instagram.